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Alex Glasner-Hummel: Geflohen Verboten Ausgeschlossen

Wie die kurdische Diaspora in Deutschland mundtot gemacht wird

Viele Kurdinnen und Kurden, die heute in Basel, Bonn, Berlin und anderswo leben, sind einst aus ihrer Heimat geflohen, um Schutz vor Krieg und Verfolgung zu finden. Und doch kriminalisiert der Westen und insbesondere Deutschland fast alle Organisationen der kurdischen Diaspora. Jahrzehntelang wurden Kurd*innen als „Terroristen“ verunglimpft und ihre Organisationen als „Hauptfeind der inneren Sicherheit“ diffamiert. Bis heute wird diese Politik mit dem PKK-Verbot von 1993 gerechtfertigt. Jede Bundesregierung, gleich welcher Farbkonstellation, hat diese antikurdische Haltung bisher fortgeführt.

Alexander Glasner-Hummel, Kerem Schamberger und Monika Morres zeigen in ihrem kürzlich erschienenen Buch erstmals auf, mit welch autoritären Methoden Kurd*innen mundtot gemacht werden. Sie stellen fest: Die Repression gegen die kurdische Bewegung ist ein deutsches Demokratiedefizit. Für die Autor*innen ist klar, dass es anlässlich des 30. Jahrestages des PKK-Verbots eine gesellschaftliche Debatte braucht. Warum bekommt die Repression gegen die politisch aktiven Kurd*innen in Deutschland bisher so wenig Aufmerksamkeit? Wie demokratisch ist eine Demokratie, in der die Partizipationsmöglichkeiten einer ganzen Bevölkerungsgruppe massiv eingeschränkt werden? Und vor allem: Warum verstösst der deutsche Staat im Falle der kurdischen Freiheitsbewegung gegen seine eigenen Grundprinzipien?

Auch wenn die PKK in der Schweiz aktuell nicht verboten ist, fühlt sich die hiesige kurdische Diaspora ebenfalls beobachtet und ist Repressionen ausgesetzt. Die im Buch aufgeworfenen Fragen sind auch bei uns von Relevanz. Deshalb freut sich Buch.Kultur, dass Alexander Glasner-Hummel für eine Buchpräsentation in die Buchhandlung Labyrinth kommen wird.

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